Motorradtrainings und Langstreckenrennen

Reglement Classic

Das Reglement Classic Endurance als PDF zum Download

Art Motor und Classic-Endurance schreiben die Classic Endurance Championship 2017 aus für 18 Zoll-Motorräder bis 1984 und 17 Zoll-Motorräder bis 1998. Die Wertung erfolgt getrennt, jeweils unterteilt nach Klassen (siehe beide Reglements).
Zur Classic Endurance Championship zählen die folgenden Läufe:

6./7. Mai 2017, Oschersleben (D), 4 h
19. August 2017, Chambley (F), 3 h
1./2. O.3. Oktober 2017, Oschersleben (D) 4 h

Gewertet werden alle Teams mit zwei Fahrern mit einem Motorrad oder zwei Motorrädern, die den allgemeinen technischen Bestimmungen sowie den technischen Bestimmungen ihrer jeweiligen Klasse entsprechen.

1. Allgemeine Bestimmungen:
Der Wettbewerb ist ausschließlich für Motorräder ausgeschrieben, die bis 1984 nachweislich auf dem europäischen Markt verfügbar waren, den Klassenbestimmungen und den allgemeinen technischen Bestimmungen entsprechen. Motorräder mit flüssigkeitsgekühlten Vierventilmotoren sind ausschließlich in
der Big ClassiX Open start- und wertungsberechtigt.

1.1.Teilnehmer: Teams mit mindestens einem Fahrer, der in den letzten 3 Jahren bei internationalen Classic Endurance-Läufen in der Klasse über 1000 ccm mehr als ein Top-3-Ergebnis erzielt hat, starten in der Big ClassiX Open. Fahrer, die in den letzten drei Jahren in einer internationalen oder nationalen Prädikatsmeisterschaft, ausgetragen auf 17 Zoll-Motorrädern, ein Top 3-Ergebnis erzielt haben, sind nicht zum Start zugelassen.

1.2. Die Wertung erfolgt in den folgenden Klassen. Diese sind:

ClassiX 4T-2/3-Zyl. bis 750ccm/4-Zyl. bis 550 ccm bis 1984
ClassiX Open 4T-2/3-Zyl. bis 1000ccm/4/6-Zyl. bis 750 ccm bis 1984
Big ClassiX 4T-2/3-Zyl. über 1000ccm/4/6-Zyl. bis 1000 ccm bis 1984
Big ClassiX Open Zwei- bis Sechszylinder über 750 ccm bis 1984

1.3. Bei two bike Teams bestimmt das höher eingestufte Motorrad die Einstufung des Teams ungeachtet des tiefer eingestuften Motorrades.

1.4. Bei weniger als 4 Motorrädern einer Klasse bis Nennschluss wird die jeweilige Klasse der nächsthöheren Klasse zugerechnet und mit dieser gewertet.

2. Regeln des Wettbewerbs

2.1. Wertung: Die Wertung erfolgt, unterteilt nach Klassen, nach der Anzahl der pro Team in 240 Minuten zurückgelegten Runden. Jeder Fahrer muss zumindest 80 Minuten Fahrzeit und 4 Turns absolvieren (bei 3h-Rennen 60 Minuten und 3 Turns).

2.3. Boxenstopps: Die Anzahl der Boxenstopps ist freigestellt.

2.4. Fahrerwechsel: Jedes Team muss zumindest 7 Fahrerwechsel absolvieren (bei 3 h-Rennen 5). Ist die vorgeschriebene Zahl von Fahrerwechseln nicht erreicht, verliert das betreffende Team für jeden fehlenden Fahrerwechsel eine Runde. Ein Fahrerwechsel ist nur dann möglich, wenn der jeweils andere Fahrer mit dem Transponder des Teams die Teambox bzw. den Wechselplatz erreicht hat.

2.5. Reservefahrer: Der Einsatz eines Reservefahrers ist nur zulässig, wenn dessen Nennung als 3. Fahrer vor Rennbeginn erfolgte und wenn dieser das Training absolviert hat.

2.6. Tankstopps: Das Nachtanken während des Rennens ist nur bei abgestelltem Motor erlaubt. Bei Tankstopps mit unmittelbarer Weiterfahrt muss ein Teammitglied mit einsatzbereitem Feuerlöscher bereitstehen.

2.7. Startaufstellung: Die Startaufstellung erfolgt in der Reihenfolge der im Zeittraining (Q1 – Q 3, jeweils 20min. pro Fahrer) erzielten schnellsten Rundenzeiten.

2.8. Startfahrer: Der Startfahrer ist spätestens 30 Minuten nach Aushang der Trainingszeiten zu benennen, anderenfalls wird der schnellste Fahrer des jeweiligen Teams unwiderruflich als Startfahrer gesetzt.

2.9. Zulassung zum Rennen: Der Veranstalter behält sich die Zulassung von Fahrern, die nicht am Zeittraining teilgenommen haben sowie von Fahrern, deren beste Rundenzeit 115 % der Durchschnittszeit der schnellsten Fahrer der vier gewerteten Divisionen überschreitet, unter Prüfung des Einzelfalles vor. Hat der zweite Fahrer eines Teams im Zeittraining keine gültige Zeit erzielt, so erhält das jeweilige Team als Penalty (Strafzeit) die Differenz aus der Bestzeit des Startfahrers und dem letztplatzierten Startfahrer seiner Division.

2.10. Rennende: Das Rennen ist beendet, sobald der Fahrer des Teams mit der höchsten Rundenzahl nach Ablauf der ausgeschriebenen Wettbewerbsdauer aus eigener Kraft die Ziellinie überquert hat.

2.11. Wertung: Nur solche Motorräder werden gewertet, die in den letzten 15 Minuten der ausgeschriebenen Wettbewerbsdauer eine Runde in weniger als 200% der schnellsten Runde der ersten Stunde ihres Teams zurückgelegt haben. (Sind die Bedingungen dabei nicht vergleichbar, können die Veranstalter einen vergleichbaren Wert ansetzen).

2.12. Unsportliches oder gefährliches Verhalten auf der Rennstrecke kann im Ermessen der Rennleitung geahndet werden.

2.13. Lizenz: Eine Lizenz wird nicht verlangt. Fahrer aus dem Ausland benötigen keine Startfreigabe. Die Veranstalter haben eine Basis-Versicherung für alle Teilnehmer abgeschlossen, die bei Haftpflichtschäden gegen Dritte eintritt. Eine Zusatzversicherung für Invalidität und Todesfall wird angeboten.

3. Einstufung der Motorräder nach Klassen

3.1 Die Motorräder werden gemäß ihrer technischen Voraussetzungen in folgenden Klassen gewertet:

1. ClassiX 4T-2/3-Zyl. bis 750ccm / 4-Zyl. bis 550 ccm bis 1984
Felgen: min. 18 Zoll, 3 Zoll Breite
Reifen: max. 140 mm Breite
Bremsscheibe(n): max. 2 Bremsscheiben, max. 300 mm
Bremszange: max. 4 Kolben pro Rad
Gabel: Standrohrdurchmesser max. 38 mm

1.1 ClassiX Open 4T-2/3-Zyl. bis 1000ccm /4/6-Zyl. bis 750 ccm bis 1984
Felgen: min. 18 Zoll (oder 16 Zoll)
Reifen: min. 18 Zoll (oder 16 Zoll)
Bremsscheibe(n) vorn: max. 2 Bremsscheiben, max. 300 mm
Bremszange: max 4 Kolben pro Rad
Gabel: Standrohrdurchmesser max. 45 mm

2. Big ClassiX 4T-2/3-Zyl. über 1000ccm / 4/6-Zyl. bis 1000 ccm bis 1984
Felgen: min. 18 Zoll, 4 Zoll Breite (oder 16 Zoll)
Reifen: max. 150 mm Breite (oder 16 Zoll)
Bremsscheibe(n): max. 2 Bremsscheiben, max. 300 mm
Bremszange: max. 2 Kolben pro Zange
Gabel: Standrohrdurchmesser max. 42 mm

2.1. Big ClassiX Open Zwei- bis Sechszylinder über 750 ccm bis 1984
Felgen: min. 18 Zoll (oder 16 Zoll)
Reifen: min. 18 Zoll(oder 16 Zoll)
Bremsscheibe(n): max. 2 Bremsscheiben, max. 320 mm
Bremszange(n): max. 4 Kolben pro Rad
Gabel: Standrohrdurchmesser max. 45 mm

3.2. Zulässige Abweichungen der Open-Klassen
Die Verwendung folgender Teile ist nur in den jeweiligen Open-Klassen zulässig:

  • Brems- und Kupplungsbauteile, die in ihrer Konstruktion nicht dem Bestimmungszeitraum entsprechen
  • Vergaser mit anderem als rundem Querschnitt, sofern das entsprechende Serienmotorrad im Bestimmungszeitraum nicht damit ausgestattet war
  • Gabel und Stoßdämpfer moderner Konstruktion (Monofederbein, Betätigung durch Umlenkung), sofern das entsprechende Serienmotorrad im Bestimmungszeitraum nicht damit ausgestattet war

3.3. Weitere zulässige Abweichungen
Auf Anfrage ist eine Abweichung zur Einstufung in einer der Standard-Klassen möglich, um eine Chancengleichheit zu wahren.

4. Allgemeine Technische Bestimmungen aller Klassen

4.1. Der Wettbewerb ist ausschließlich für Motorräder mit Viertakt-Saugmotoren ausgeschrieben.

4.2. Teilnehmende Motorräder müssen in ihrer technischen Basis der Baureihe, zumindest aber der Basiskonstruktion eines Straßenmotorrades entsprechen, das zum Zeitpunkt der klassenzugehörigen Baujahrs Begrenzung im freien Handel erhältlich war.

4.3. Alle für Motor und Fahrwerk verwendeten Teile müssen in ihrer Grundkonstruktion dem Bestimmungszeitraum ihrer jeweiligen Klasse entsprechen.

4.4. Motorräder und Teile, die zu einem späteren Zeitpunkt gebaut wurden, sind zugelassen, sofern sie der technischen Grundkonstruktion zulässiger Teile der jeweiligen Klasse entsprechen.

4.5. Diese Regelung gilt für alle Bauteile des Motorrades. Im Zweifelsfalle kann ein Nachweis verlangt werden.

4.6. Profilreifen sind vorgeschrieben, die Verwendung von Regenreifen ist nicht zulässig.

4.7. Schnelltankanlagen sind zulässig, sofern der Benzintank über keine Entlüftungsöffnung verfügt und der Benzinfluss jederzeit unterbrochen werden kann. Die Tankvorrichtungen für Motorräder von one bike Teams müssen so beschaffen sein, dass der Benzinfluss jederzeit unterbrochen werden kann und beim Loslassen des Benzinbehälters automatisch unterbrochen wird.

5. Technische Bestimmungen, Sicherheitsbestimmungen

5.1. Kennzeichnung: Alle Motorräder müssen vorne, links und rechts mit gut lesbaren Startnummern ausgestattet sein.

5.2. Ölsicherheit: Alle ölführenden Schraubverbindungen (Ölablassschraube, Öleinfüllöffnung/verschluss, Ölfilter) müssen fest und zuverlässig gesichert sein. Be- und Entlüftungsschläuche müssen in getrennte Behälter mit einem ausreichenden Volumen (min 0,5 l) münden.

5.3. Phonlimit: Die Motorräder dürfen während der Veranstaltung streckenabhängig das vom Betreiber festgelegte Phonlimit nicht überschreiten. Währen der Veranstaltung(en) in Oschersleben gilt das von der Motorsportarena festgelegte Phonlimit von 105 dB(A). Es erfolgt eine stationäre und eine dynamische Messung. Bei Verstößen können Teilnehmer abgemahnt, bei fortgesetztem Verstoß vom Wettbewerb ausgeschlossen werden.

5.5. Splittersicherheit: Scheinwerfer, Leuchten und Spiegel sind abzubauen oder so abzukleben, dass sie nicht splittern können.

5.6. Seitenständer müssen abgebaut oder gegen Ausklappen gesichert werden.

5.7. Soziusfußrasten müssen abgebaut oder gegen Ausklappen gesichert werden.

5.8. Helme müssen der ECE 05 oder einer vergleichbaren Norm entsprechen und dürfen keinerlei Beschädigung aufweisen.

5.9. Fahrerbekleidung muss aus Leder bestehen. Zweiteilige Kombis sind zulässig, wenn sie fest miteinander verbunden sind. Stiefel müssen den Knöchel bedecken. Das Tragen von Handschuhe ist ebenso Pflicht wie das Tragen eines Rückenprotektors.

6. Sonderregelungen Endurance

6.1. Es wird mit einem Motorrad oder 2 Motorrädern gefahren. Die Zeitnahme erfolgt nur mit einem Transponder – deshalb muss bei two bike Teams beim Fahrerwechsel der Transponder gewechselt werden.

6.2. Es werden zwei 2 Aufwärmrunden aus der Boxengasse gefahren. Nach Beendigung der zweiten Runde wird die Startaufstellung auf der Start/Zielgeraden vorgenommen.

6.3. Gestartet wird per Le Mans-Start: Der 2. Fahrer hält das laufende Motorrad im 45 Grad-Winkel an der Boxenmauer fest. Der Startfahrer steht auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite und wartet auf das Startsignal.

6.4. Bei einem Sturz in der ersten Runde kann das Rennen abgebrochen und neu gestartet werden.

6.5. Bei einem Sturz im weiteren Rennverlauf kann die Rennleitung eine Safety-Car-Phase einleiten. Dies wird bei Start/Ziel mit einem Schild „SC“ gekennzeichnet. Das Safety Car sammelt das Feld an der Ausfahrt aus der Boxengasse ein. Hinter dem Safety Car herrscht Überholverbot. Die Beendigung der Safety Car-Phase wird durch Verlöschen der Blinklichter am Safety Car angekündigt. Nachdem das Safety Car die Strecke verlassen hat, gilt das Überholverbot bis zur Start/Ziellinie.

6.6. Die Fahrt von Rettungs- und Bergungsfahrzeugen wird mit der weißen Flagge signalisiert.

6.7. Kommt ein Motorrad zum Sturz, darf dieses Fahrzeug nicht mehr auf die Strecke zurück, sondern muss über die Rettungswege oder durch den Abschleppwagen in die Boxengasse gebracht werden. Nach einer erneuten, bestandenen technischen Abnahme kann das Rennen fortgesetzt werden. Alternativ kann ein two bike Team das Rennen als one bike Team beenden.

6.8. In der Boxengasse und auf den Rettungswegen gelten ein Speedlimit von 50 km/h (je nach Strecke) und ein Überholverbot.

6.9. Der Wettbewerb Classic Endurance wird gemeinsam mit der SuperclassiX Endurance ausgetragen. Die Wertung erfolgt getrennt. Bei einem Wet Race kann die Fahrzeit in Training und Rennen verkürzt und getrennt gefahren werden.

6.10. Teams die als one bike Team starten, bekommen eine Runde gutgeschrieben.