Motorradtrainings und Langstreckenrennen

Mit der “Helga” beim Training und 3h Rennen 2019 mit Classic-Endurance.de in Chambley / F

Bericht von Kai Koerner

Wer sich etwas genauer mit der Fahrdynamik seiner Guzzi beschäftigen möchte ist hier genau richtig. Es gibt 3 Tage Trainingsmöglichkeit, vielfach sind wesentlich mehr Turns möglich als die 6 festen pro Tag, also fahren bis der Arzt kommt, der Tank leer ist oder die Reifen blank. Allerdings Obacht: der Kurs ist anspruchsvoll und konditionell fordernd, wer da völlig dehydriert im 2. Doppelturn rumeiert wird mit Sicherheit nicht mehr schneller 🙂

Es gibt viele verschiedene Gruppen: Geschützter Turn mit Instruktoren und 3 Freifahrergruppen, ruhig, mittel, schnell. So kann sich eigentlich jede(r) verbessern, man kann die Fortschritte in den jeweiligen Gruppen wirklich sehen. Wie gesagt, wer unter Guzzi – fachkundiger Leitung entspannt fahren möchte ist hier richtig. Das 3- Stunden Rennen ist komplett unabhängig von den drei Trainingstagen. Wir ( ich und mein Teamkollege Olli) hatten dieses Jahr wieder 3 Tage schnelle Gruppe und für das 3- Stunden Rennen genannt. Das Training lief, das Wetter war recht konstant und so konnten wir etliche schnelle Runden drehen. Allerdings haben wir in den 3 Tagen Training (ist dann auch schon mal lang) nicht jeden Turn mitgenommen, das wäre einfach zu viel.

Am Freitag Nachmittag hatte die Helga auf einmal keinen Vortrieb mehr beim rausbeschleunigen aus einer Kurve – so hatte ich nach 7 Jahren Training und Rennen in Chambley das erste Mal das Vergnügen mit dem Schandwagen zurück ins Fahrerlager zu kommen. Der Mitnehmer im Hinterrad war abgeschert. Zum Glück hatte Peter vom IAL Team noch ein Ersatz – Hinterrad dabei wo so etwas drin war. So fuhr die Helga am gleichen Tag wieder.

Abgerissener Mitnehmer

Der Renntag ( Samstag) begann mit bedecktem Himmel. Vormittags Quali, um 14 Uhr Start zum 3 Stunden Rennen. Man kann als 1- Bike Team starten ( 2 Fahrer malträtieren 3 Stunden lang das gleiche Moped) oder wie wir als 2- Bike Team. Da quält jeder 1,5 Stunden lang seine eigene Mopette. Bei einem 2- Bike Team mit unterschiedlichen Motorrädern startet man in der Klasse des höher eingestuften Motorrads.

Olli und Kai beim Training

Olli fährt eine Yamaha TRX mit ca. 90 PS. Die Trixe ist kaum jünger als die Helga, hat aber alles was man für eine Einstufung in die höchste Klasse TTF 1 braucht. Mit 17 Zoll Rädern, Wasserkühlung und 5 Ventilen pro Zylinder hat man dann ältere Aprilia Mille und dicke Duc‘s und RC 30 etc. als Kontrahenten in der Wertung. Mit der Helga fühlt man sich etwas wie mit dem Messer in einer Schießerei gelandet – aaaber in Chambley ist das nicht ganz so wild. Der Kurs ist nicht so schnell, der Zeitenunterschied nicht so groß. Da macht ein vermurkster Boxenstopp / Transponderwechsel viel mehr aus.

Der bedeckte Himmel blieb bedeckt. Ab und zu gab es ganz leichten Sprühregen. Wir fuhren beide jeweils 2 Turns in der Quali. Olli hatte eine 2.07 und ich eine 2.09 eingefahren. Das war schon ganz i.O. und so haben wir uns dann entspannt und alles vorbereitet – Sprit, Werkzeug und Ersatzteile im Teamzelt platziert. Unsere Zeit war gut für Startplatz 18 in einem Feld von 30 Startern. Der Start um 14 Uhr ist ein klassischer Le Mans Start, allerdings mit laufendem Motor. Start lief gut. Olli hält die Helga mit ca. 2000 Touren bei Laune, der Starter senkt die Flagge. Ich renn zur Helga – hier muß man als Fahrer schnell sein, aber nicht zu schnell. Nicht aus Übereifer über das eigene Moped segeln, ausrutschen oder abwürgen. Klappt aber alles ganz gut und wir können sogar einige Plätze gut machen. Der Regen wird mehr. Schon im ersten Turn wird es deutlich nass. Hier zeigte sich dann wer die bessere Wetter – App hat. Im Feld war alles vertreten, Sportreifen ( so wie wir), und Slicks und auch schon hier und da ein Regenreifen. Das Gute bei einem 18 Zoll Moped ist das man sich zum Thema Reifenwahl überhaupt keinen Kopp machen muss ( kann). Ob‘s regnet oder schneit – Conti RA3 CR… Im stärker werdenden Regen konnte ich dann auch wesentlich schnellere Teams die mit ihren Slicks kämpften überholen ….nänänänänäänä. Aber keine Sorge, die rüsteten alle nach und nach um und dann wurden wir im immer stärker werdenden Regen richtig versägt. Ist schon erstaunlich wie gut Regenreifen funktionieren. Da hat man mit Sportreifen keine Schnitte. So lief das Rennen Stunde um Stunde. Das Feld dünnte sich aus, es gab einige Stürze die aber glimpflich verliefen, keine größeren Blessuren. Der Regen wurde immer mehr, wir fuhren aber wacker weiter. Alles gut bis auf Wassereinbruch in Unterhose im zweiten Turn 🙁 Ich fahre meine 3 Turns zu Ende, und auch Olli fährt mit Gefühl seinen letzten Turn sicher nach Hause. Am Ende sind wir 5ter in der TTF 1 Klasse und 13ter Gesamtplatz. Geht doch.

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